Ernährungssituation verschiedener Bevölkerungsgruppen

Die Lebensmittelauswahl steht mit zahlreichen Faktoren wie Lebensstil, sozioökonomischen Faktoren, kulturellem Hintergrund und Ernährungskompetenz im Zusammenhang. Um diesen Zusammenhang weiter zu untersuchen, wurden im Rahmen der NVSII Bevölkerungsgruppen betrachtet, bei denen solche Faktoren unterschiedlich ausgeprägt sind, wie z. B. sportlich Aktive, Raucher, Supplementnehmer, Personen mit guten
Ernährungskenntnissen bzw. mit – nach eigenen Angaben – sehr guten und guten Kochfertigkeiten. Sie wurden mit Personen verglichen, bei denen sich diese Merkmale nicht oder in geringerem Ausmaß finden. Die Größe des Studienkollektivs ist mit 6.817 Personen geringer, als bei den oben beschriebenen Auswertungen.

Die DGE bewertet die Ergebnisse wie folgt:

Ein gesundheitsbewusster Lebensstil, ein hoher sozioökonomischer Status und vorhandenes Ernährungswissen sind mit einer günstigeren Lebensmittelauswahl und in der Folge mit einer günstigeren Nährstoffzufuhr verbunden.

Bei sportlich aktiven Männern und Frauen ist die Energiedichte der Nahrung im Median geringer als in der Gruppe der sportlich nicht Aktiven. Bei sportlich aktiven Männern und Frauen ist der Anteil von Fett an der Energiezufuhr geringer und der Anteil von Kohlenhydraten höher als bei sportlich nicht Aktiven. Außerdem haben sportlich Aktive eine höhere Folat- und Calciumzufuhr. Sportlich aktive Männer und Frauen konsumieren im Mittel weniger „Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren“, aber mehr „Milch,
Milcherzeugnisse, Käse und Quark“, „Obst und Obsterzeugnisse“ und „alkoholfreie Getränke“ als sportlich nicht aktive Personen.

Männer und Frauen mit guten Ernährungskenntnissen verzehren im Mittel einerseits weniger „Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren“ (146 g/Tag bzw. 83 g/Tag) als Personen mit geringen Ernährungskenntnissen (166 g/Tag bzw. 94 g/Tag). Andererseits konsumieren sie mehr „Milch, Milcherzeugnisse, Käse und Quark“, „Obst und Obsterzeugnisse“, „Gemüse und Gemüseerzeugnisse“ und mehr „alkoholfreie Getränke“.

Männer, die sehr gute oder gute Kochfertigkeiten angegeben haben, verzehren mit 137 g/Tag durchschnittlich mehr „Gemüse und Gemüseerzeugnisse“ und trinken mit 2.179 g/Tag mehr „alkoholfreie Getränke“ als Männer mit geringen oder keinen Kochfertigkeiten (120 g/Tag bzw. 2.045 g/Tag). Frauen mit sehr guten oder guten Kochfertigkeiten trinken mehr „alkoholfreie Getränke“ als Frauen, die nach eigenen Angaben über geringe oder keine Kochfertigkeiten verfügen (2.207 g/Tag vs. 2.017 g/Tag). Allerdings erreichen weder Männer noch Frauen der untersuchten Bevölkerungsgruppen die lebensmittelbezogenen Orientierungswerte der DGE, da sie (laut DGE) gegenüber diesen deutlich weniger pflanzliche und mehr tierische Lebensmittel verzehren.

Aber: Männer und Frauen, die Supplemente verwenden oder über gute Ernährungskenntnisse verfügen sowie Frauen, die sportlich aktiv sind, kommen den lebensmittelbezogenen Orientierungswerten am nächsten.

Im Gegensatz dazu ist bei denjenigen, die sportlich nicht aktiv sind, die rauchen oder über geringe Ernährungskenntnisse verfügen, eine ungünstigere Nährstoffrelation und Lebensmittelauswahl mit einer höheren Energiedichte zu beobachten. Sie verzehren am meisten „Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren“ und am wenigsten „Gemüse und Gemüseerzeugnisse“ sowie „Obst und Obsterzeugnisse“.

Bei den vorgestellten Ergebnissen ist zu beachten, dass die vorliegende Unterstichprobe der NVS II die untersuchten Bevölkerungsgruppen möglicherweise nicht in ihrer Gesamtheit repräsentiert, da in der NVS II
z. B. lediglich der deutsch sprechende Teil der nicht in Deutschland geborenen Personen befragt wurde.

Weitere Einzelheiten können Sie dem Ernährungsbericht der DGE entnehmen, der unter der Artikel-Nr. 212300 zum Preis von 32,00 EUR zzgl. Versandkosten beim DGE-Medien Service unter: www.dge-medienservice.de erhältlich ist.

Quelle: ZVB, Rundschreiben 17/2013